Das Jahr 2022 stellte die Energiemärkte auf den Kopf. Strompreise wurden am Großhandel zeitweise für das Zehnfache gehandelt, wie noch zu Zeiten vor der Pandemie, als der Handel mit Energie in geregelten Bahnen zu sein schien. Die Krisen überschlugen sich, und mit ihnen die tatsächlich sensiblen Energie- und Rohstoffmärkte, was die Politik auf den Plan rief, weitreichende Eingriffe auf der Erzeugerseite vorzunehmen. Aktuell wird auf europäischer Ebene diskutiert, ob sich diese Markteingriffe in langfristige Lösungen überführen lassen. Diese Entwicklungen sind Teil des neuen Marktberichts von enervis, in dem wir die Marktwerte des vergangenen Jahres auswerten. Weiter bietet der Bericht einen Überblick über aktuelle LCOE-Werte, den PPA-Markt sowie eine Einschätzung zu den politischen Eingriffen und die damit einhergehende regulatorische Unsicherheit, die weite Teile des vergangenen Jahres überschattete.
Mit der Invasion Russlands in die Ukraine im Februar letzten Jahres kam, was von Seiten der Politik und auch an den Märkten die Monate zuvor befürchtet wurde. Der zunehmende Einbruch an russischen Gaseinfuhren sowie wetterbedingte Faktoren wie Hitze und Trockenheit sorgten für eine extreme Unsicherheit hinsichtlich der Versorgungslage in den Sommermonaten. Der Preis für Erdgas lag im Jahresmittel 165 % über dem Vorjahresniveau, der Stromgroßhandel in den EU27+GB folgte den Rekordentwicklungen an den Rohstoffmärkten.
Für die Erneuerbaren brachten diese nie dagewesenen Preisverläufe einige spannende Entwicklungen. Die hohen Marktwerte brachten den inframarginalen Erzeugern Rekordgewinnmargen von bis zu 300 % ein. Besonders von den hohen Preisen profitierten PV-Projekte, die durch die Konstellation von Erzeugung und Marktpreisverlauf in vielen Ländern nach oben verzerrte Marktwertfaktoren von über 100 % erzielten. Umgekehrt sahen europäische Wind-Anlagen überwiegend eine Verzerrung der Marktwertfaktoren nach unten.
Die Rekordgewinne riefen die Politik auf den Plan, nach Möglichkeiten suchend, die Nachfrageseite vor den Preisentwicklungen zu schützen. Für die Erzeugerseite bedeutete die Diskussion über weitreichende Markteingriffe, die sich über einen Großteil des vergangenen Jahres hinzogen, eine große regulatorische Unsicherheit. Diese Unsicherheit wirkte sich auch bremsend auf den PPA-Markt aus, der 2022 weniger öffentliche Ankündigungen hervorbrachte als im Jahr zuvor. Aktuell wird auf EU-Ebene diskutiert, inwiefern sich die kurzfristigen Eingriffe in permanente Marktdesignanpassungen überführen lassen.
Diese Entwicklungen machen es aktuell sehr herausfordernd, aber auch spannend, den Markt für Erneuerbare zu manövrieren. Gerne sind wir auch in diesem Jahr wieder an Ihrer Seite.
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