Im aktuellen enerviews wird die Einführung des EU-Marktkorrekturmechanismus in Form der Verordnung 2022/0393 thematisiert, die seitens der Kommission als Instrument zur Vermeidung von „übermäßig hohen“ Gaspreisphasen am 19.12.2022 verabschiedet wurde – umgangssprachlich auch als Gaspreisdeckel bezeichnet.
Die Aktivierung des Korrekturmechanismus ist an die temporäre und simultane Überschreitung des TTF-Front-Month-Preises, sowie eines definierten LNG-Referenzpreises gebunden. Eine Auslösung des Mechanismus geht mit einem Annahme- und Abgabeverbot für börsliche Marktbetreiber und -teilnehmer einher, die Aufträge über TTF-Derivate handeln. Dementsprechend besitzt der Mechanismus bei Auslösung das Potenzial, den europäischen Gashandelsmarkt unmittelbar zu beeinflussen.
Mitgliedsstaaten haben mögliche Risiken einer Aktivierung der Preisobergrenze diskutiert, u. a. abwandernde LNG-Importe, Gefährdung der innereuropäischen Gasflüsse sowie Torpedierung bestehender Anreizwirkungen der Letztverbraucher. Die kontrovers geführte Diskussion spiegelt sich in der hohen Komplexität der Deaktivierungs- und Aussetzungskriterien wider.
Der enerviews arbeitet die wesentlichen Aspekte des Korrekturmechanismus auf und wirft einen praxisnahen Blick auf die Wirkungsweise und die Kritik, die mit dem Mechanismus verbunden ist.
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