Die potenziell folgenreichen ACER-Vorschläge zu einem Gebotszonensplitting im deutschen Strommarkt liegen seit 2022 auf dem Tisch und werden derzeit intensiv von den ÜNBs geprüft. Noch bis ins Frühjahr 2024 haben die Netzbetreiber dafür Zeit, dann soll eine Empfehlung an die Bundesregierung ausgesprochen werden, welche dann wiederum innerhalb von sechs Monaten über eine Neuordnung entscheiden soll. Noch steht die Regierung einem solchen Eingriff skeptisch gegenüber. Am Ende droht die EU-Kommission aber, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, sollten die Reformbemühungen nicht zu ihrer Zufriedenheit ausfallen.
In einer Kurzstudie wirft enervis einen Blick auf das, was kommen könnte – sollten sich Regierung und Kommission tatsächlich auf eine weitreichende Neuordnung der Gebotszonen einigen. ACER hat verschiedene Konfigurationen vorgeschlagen, von einem Split in zwei bis zu fünf neuen Zonen. Wir schauen uns eine Aufteilung in eine Nord- und Südzone an, entlang der Hauptengpässe im deutschen Netz. Bereits heute beheimatet die unterstellte Nordzone gegenwärtig etwa 35 % der deutschen Stromnachfrage, aber bereits 51 % der deutschen Erzeugung aufgrund der großen Windkraftleistung.
Im Ergebnis zeigt der Norden aufgrund des großen Angebots an Erneuerbaren ein zu erwartendes niedrigeres Preisniveau verglichen mit dem Referenzszenario. Der Preisspread zwischen beiden Zonen beträgt im jährlichen Mittel anfangs etwa 20 €/MWh, wobei der Spread mittelfristig mit dem unterstellten Netzausbau zusammenläuft. Langfristig öffnet sich der Spread jedoch wieder, da der Netzausbau nicht das sich verschärfende Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Erzeugung kompensieren kann. Ein solches Gebotspreiszonensplitting hätte auch starke Auswirkungen auf Markt- und Profilwerte für volatile erneuerbare Erzeugungstechnologien wie Wind und PV.serstoff und seine Derivate sind Schlüsselakteure in der Dekarbonisierung des Energiesystems und bei der Erreichung der deutschen Klimaschutzziele. Die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie konkretisiert den Weg dorthin und signalisiert ein gestiegenes Ambitionsniveau.
Die entscheidenden Treiber für die Preisspreads zwischen Nord und Süd sind der Netzausbau, die regionale Ansiedlung von zusätzlicher Nachfrage wie Elektrolysekapazitäten und der EE-Zubau in den Zonen.
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