In den Morgen- und Abendstunden des 26.06.2024 sorgten extreme Preisspitzen für eine unangenehme Überraschung. Neben den hohen Preisen war weiterhin bemerkenswert, wie niedrig die Preise in den Stunden tagsüber lagen, als strahlender Sonnenschein dem deutschen Markt eine erhebliche PV-Einspeisung bescherte. Auch wenn in diesem Fall vermutlich ein technischer Fehler vorausgegangen war und Preisspreizungen in der Höhe die Ausnahme bleiben, nehmen Preisschwankungen an den Strommärkten zukünftig weiter zu. Durch den EE-Zubau wird es immer häufiger zu einem Wechsel zwischen sehr geringen Preisen (in Zeiten hoher EE-Erzeugung) und hohen Preisen (wenn Gas- oder Wasserstoffkraftwerke zur Deckung der Nachfrage benötigt oder sogar knapp werden) kommen.
Zur Senkung ihrer Strombezugskosten und Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit können Verbraucher flexibel auf diese Preisschwankungen reagieren und ihre Last aus Zeiten hoher Preise in günstigere Phasen verschieben. Für den Einsatz solcher Lastflexibilitäten sind mögliche Business Cases zu evaluieren und die wirtschaftlichen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen adäquat zu berücksichtigen.
Auf Grundlage der enervis Strommarktszenarien und Tools zur Abbildung von Produktionsprozessen zeigen wir in diesem enerviews+, dass die Einsparpotenziale durch Lastverschiebung schon heute erheblich sind und in Zukunft stark zunehmen werden. In welchem Umfang diese wirtschaftlichen Möglichkeiten genutzt werden können, hängt von den individuellen technischen und organisatorischen Gegebenheiten ab. Ein intensiver Austausch mit Industrieunternehmen zu dem Thema zeigt, dass häufig schon großes technisches Flexibilitätspotenzial in den Anlagen schlummert, aber bisher häufig nur eingeschränkt genutzt wird.
Gründe dafür liegen in den Anforderungen dieser Anlagen, bei denen einerseits komplexe Produktionsketten und vertragliche Lieferverpflichtungen und andererseits die Netzentgelte eine zentrale Rolle spielen, die teilweise entgegengesetzte Anreize zu einer flexiblen Fahrweise darstellen. Berücksichtigt man jedoch gleichzeitig Strombeschaffungskosten und Netzentgelte bei gegebenen technischen und organisatorischen Möglichkeiten, kann Lastverschiebung schon heute in vielen Fällen erhebliches Einsparpotenzial in den gesamten Strombezugskosten ermöglichen.
Einen Einblick in die Perspektiven und Chancen für den Einsatz von Lastflexibilität sowie unsere Ansätze und Bewertungstools für mögliche Business Cases geben wir Ihnen in unserem aktuellen enerviews+. Fragen Sie unseren enerviews+ hier an.
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